Hilfe vom STOP-SIMPLY Psychologen-Team
Hallo, meine zwei Schwangerschaften und eine schwere...
RaucherMami (w, 30) aus Regensburg/Deutschland
Raucherjahre: 15; pro Tag: 33; Letzte am: -
Hallo, meine zwei Schwangerschaften und eine schwere Lungenkrankheit (auch wärend der Schwangerschaft) haben mich nicht dazu bewogen aufzuhören. Woran liegt das? Ich liebe meine Kinder wirklich sehr, aber irgendwie klappt es einfach nicht. Jedesmal, wenn ich ans aufhören denke, rauche ich noch mehr. Beim letzten Versuch habe ich den ganzen Frust an meinen Kindern ausgelassen (3 und 1 Jahre alt) das hat doch was mit psychischen Problemen zu tun, oder nicht? Nach diesem Vorfall habe ich zu mir gesagt, bevor du deine Kinder noch einmal so anschreist, rauche lieber. Bin ich psychisch gestört?
Danke schon mal für die Antwort LG
Antwort vom Psychologen-Team
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 Dipl.-Psych. Dr. Lars Satow
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Liebe RaucherMami,
ich denke nicht, dass Du psychisch gestört bist. Es ist einfach so, dass die Zigarettensucht zu den stärksten Süchten überhaupt gehört. Das Abhängigkeitspotential ist etwa so groß wie bei Nikotin oder Heroin. Daher rauchen auch etwa 1/3 der Frauen, obwohl sie schwanger sind, weiter (mehr dazu auf unserer Seite über Schwangerschaft und Rauchen). Da Du mehr als 30 Zigaretten am Tag rauchst, ist davon auszugehen, dass die Abhängigkeit bei Dir schon deutlich ausgeprägt ist und Du zu den stark abhängigen Rauchern zählst.
Du solltest die Schuld dafür aber nicht bei Dir suchen. Zum einem würden Dich die Selbstvorwürfe und Schuldgefühle nur weiter schwächen und Dir die Kraft nehmen, es vielleicht doch einmal zu schaffen von den Zigaretten loszukommen. Zum anderen ist es einfach so, dass die Zigarettenindustrie ganz bewusst das Abhängigkeitspotential der Zigaretten z.B. durch Zusatzstoffe steigert - dieses aber gleichzeitig verharmlost (mehr dazu in unserem Online-Buch über die Zigarettensucht).
Die Frage ist nun, was Du jetzt tun kannst. Ich würde Dir empfehlen zunächst einmal innere Stärke aufzubauen. Versuche etwas für Dich selbst zu tun, um Selbstvertrauen und Zuversicht zu gewinnen. Gleichzeitig solltest Du versuchen, die Gefahr durch das Rauchen für Deine Kinder zu minimieren (nicht im Haus rauchen, nicht im Auto rauchen, das Rauchen nicht als Genuss zelebrieren).
Wenn Du Dich richtig gut und stark fühlst, solltest Du Dir überlegen, ob Du nochmal einen Versuch starten willst. Du solltest Dir aber immer darüber klar sein, dass es sehr schwer wird. Unsere Kursschritte und unsere mp3-Audio-Dateien können dabei eine sehr große Hilfe sein. Genauso wie unser Nichtraucher-Forum und der Chat. Vielleicht wäre es für Dich aber auch gut, die Hilfe eines Psychologen in Anspruch zu nehmen. Viele Psychologen bieten spezielle Rauchstopp-Kurse an, die auch von den Krankenkassen bezahlt werden (mehr über Psychotherapie hier).
Ich wünsche Dir alles Gute! Lars
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