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Für alle Neu-Aufhörer: Ihr geht auf eine Reise

AkashaAkasha hat es beim 2. Versuch geschafft und ist seit mehr als 2 Jahren Nichtraucherin.
Mein Rauchfrei-Rechner vermeldet heute: 736 Tage rauchfrei, 11.776 nicht gerauchte Zigaretten, 1.472 Euro gespart, 117,76 g nicht inhalierter Teer und zum Schluss 940 Meter aneinandergereihte nicht gerauchte Zigaretten. Soviel konnte ich zu Raucherzeiten nicht joggen, ohne außer Puste zu kommen. Damit bin ich heute plus/minus 2 Jahre rauchfrei. Und: es geht mir sehr gut dabei. Warum das nicht mehr erspartes Geld ist: ich habe größtenteils im Ausland geraucht, in Asien zumeist, am Schluss in der Wüste, und da waren die Zigaretten immer wesentlich billiger – was das Aufhören leider auch wesentlich erschwerte. All den Neu-Aufhörern kann ich nur sagen: Ihr geht auf eine Reise, die viele Überraschungen parat hat.

Meine Raucherzeit begann irgendwo Mitte der Siebziger des letzten Jahrhunderts

Ich hätte vor dem Rauchstopp und auch während des anfänglichen Rauchstopps nicht gedacht, dass tatsächlich ein so großer Unterschied bestehen würde zwischen Rauchen und Nichtrauchen. Aber welcher Noch-Raucher denkt das schon. Der Kopf ist klarer, die Gedanken schneller und immer öfter und länger anhaltend fühlt man sich tiefen-entspannt, obwohl ja durchaus fast täglich Stressmomente einwirken. Sie prallen im Gegensatz zu früher nur ab.
Dieses permanente Entzugsgefühl, das im Grunde kurz nach dem Ausdrücken der letzten Zigarette gleich wieder einsetzt und einen dazu treibt, sich auf die nächste Gelegenheit zu stürzen, wieder ein oder zwei Zigaretten zu rauchen – das ist weg. Diese ständige Grundnervosität, das Ausschau halten, wann endlich wieder geraucht werden darf – das hat mich endlich verlassen. Heureka! Wie würde Bittchen jetzt sagen: „Das braucht man nämlich wie einen Kropf“.
Ich bin nun auch schon ein etwas älteres Semester. Meine Raucherzeit begann irgendwo Mitte der Siebziger des letzten Jahrhunderts. Deswegen kann ich sagen: „früher“ rauchte man immer und überall und am liebsten mit kehligem Lachen, die Männer auch gerne breitbeinig und die Zigarette zwischen drei Fingern eingeklemmt, die Augen zusammengekniffen. Irgendwie erinnert sich der Kopf daran, leider etwas wohlwollend – immer noch...
Später, als die Zeiten begannen, wo das Rauchen in der Öffentlichkeit nur noch eingeschränkt möglich war, wo irgendwo aus dem großen Unbekannten plötzlich Mitmenschen wie gare Gnocchi an die Oberfläche ploppten, die das Rauchen für ungesund erklärten und extremen Nichtraucherschutz forderten, da wurde es schon weniger gemütlich. Dann durfte man nicht mehr in Kneipen und Restaurants, dann nicht mehr auf Bahnsteigen und zum Schluss durfte ich gar nicht mehr in Anwesenheit anderer Leute rauchen.

Ich hatte mich zur Heimlichraucherin entwickelt

Daran war ich aber selbst schuld: ich hatte mich zur Heimlichraucherin entwickelt, denn eigentlich wollte ich vor anderen auch gesundheitsbewusst wirken. Und meinen Kindern kein schlechtes Vorbild sein. Und ich hatte überhaupt festgestellt, dass Raucher schleichend ein Imageproblem bekommen hatten, auch vor mir selbst. Das waren nicht mehr die coolen Socken, sondern die übrig gebliebenen Hänger, die Suchtbolzen, die den Absprung nicht bekamen. Deren Husten etwas hatte, das bei Unbeteiligten gerne schon mal einen Würgereiz auslöste. Irgendwie hatte ich keine Lust, zu denen dazuzugehören.
Aber zwischen dem Nicht-mehr-dazu-gehören-wollen und dem bereit sein, aus diesem Gefühl Konsequenzen zu ziehen, lagen noch viele Jahre heimlichen und stressbelasteten Qualmens. Mit Stop-Simply, die ich völlig zufällig im Internet gefunden hatte, hörte ich gleich zweimal auf: einmal richtig klassisch alle Gürtel durchlaufend, pflichtbewusst sehr viel geschrieben, jedes Gefühl durchleuchtet, alle Enzugsmomente analysiert, das Rauchfrei-Projekt zum Wichtigsten des Lebens erklärt, gelitten, schlecht gefühlt – und mit „Schmackes“, wie der Rheinländer sagen würde, eingeknickt und umgefallen nach vollen 8 Wochen. Oder waren es gar 10? Ich weiß es nicht mehr.
Rauchfrei Rechner zurück auf Null und wieder von vorne begonnen. Dabei festgestellt: die Motivation hatte lange nichts mehr vom Zauber des ersten Durchgangs. Ich war genervt, ich war enttäuscht von mir, ich musste konstatieren: auch nach 8 Wochen war ich noch ein Suchtbolzen und geschlafen hatte meine Sucht nie. Mein stinkender Wurzelgnom, wie ich den kleinen behaarten Kerl in meinem Hirn nannte, der war immer da. Die ganze Zeit. Hatte vielleicht etwas gedöst, hatte sich gelangweilt, war aber immer noch in der Lage, von Null auf Hundert in einer Zehntelsekunde Gelüste zu wecken und mich sozusagen „fernzusteuern“.
Aufs zweite Aufhören hatte ich eigentlich keine sonderlich große Lust, das darf ich ja nun zugeben. Wären da nicht körperliche Zipperlein gewesen, die definitiv mit dem Rauchen im Zusammenhang standen. Da war ständiges Räuspern, da war Husten, da war ein fortwährendes Brennen in den Bronchien, ein eigenartiger schleimiger Kloß im Hals, manchmal ein Stechen im Magen, und von der Kondition mag ich gar nicht reden. Eigentlich ließen mich nur diese rauchbedingten Zipperlein durchhalten, weil ich merkte: das wurde besser, je länger ich rauchfrei blieb.

Aufs zweite Aufhören hatte ich eigentlich keine sonderlich große Lust

Das erste volle geschaffte Jahr wollte ich gar nicht feiern, weil mir überhaupt nicht nach Feiern zumute war. Ich hatte den ersten Ärztemarathon hinter mir, alles abgecheckt – und trotzdem gings mir schlecht. Da gabs nichts zu feiern. Ich hatte auch immer noch Lust auf Zigaretten. Nicht körperlich, aber so „ich würde jetzt gerne und gefälligst mal eine rauchen“-mäßig. Das zweite Jahr war dann das Jahr, in dem ich richtig anfing zu husten. Abends schlimm und morgens schlimmer. Eine Infektion kam nach der nächsten, ganz oft auch mit Fieber. Und da fragt man sich schon ab und an im stillen Kämmerlein: Was soll das denn nun? Also kam der zweite Ärztemarathon. Der erfreulicherweise nichts ergab, aber so richtig wohl fühlt man sich da auch nicht. Besteht schließlich doch immer die Gefahr, einen schlecht diagnostizierenden Arzt erwischt zu haben.
Und heute? Ich huste immer noch noch, aber nur noch morgens und nur noch ganz wenig. Ich habe mich jetzt – schon meines Seelenfriedens wegen - auf den Standpunkt gestellt, dass ich offenbar in meiner fast 40-jährigen Rauchkarriere meine Lunge derartig kaputt gequalmt hatte, dass es eben ein Jahr dauern musste, bis meine arme malträtierte Lunge überhaupt wagte und in der Lage war, mit der zögerlichen Neuproduktion von Flimmerhärchen einen versuchsweisen Reinigungsprozess zu starten.
Ich habe in den zwei Jahren alle Konditionierungssituationen, in denen ich gerne geraucht hatte, ohne Rauchen durchlaufen und ich kann stolz verkünden: es geht auch ohne Rauch, aber es fühlt sich erst mal nicht so toll an.
Ich habe viele Krankheiten durch, in denen ich früher mit schlechtem Gewissen weitergeraucht hätte und die ich nun ohne Rauch erlebte. Ich kann sagen: der Heilungsprozess ist um ein Vielfaches schneller als Nichraucher. Ich sitze mit Bekannten in Restaurants oder ich höre mir Vorträge an oder besuche Museen und ich kann konzentriert bis zum Ende dabeibleiben, weil ich tiefen-entspannt bin und nicht rauchen muss. Ich kann stundenlang Auto fahren, das ist nicht so gut, denn die Zigarette hatte zur Pause gezwungen.

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